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Hülbener Verein organisiert Benefizaktion für Holocaust-Opfer

In Israel leben noch gut 200 000 Männer und Frauen, die der Mordmaschinerie der Nazis entkommen sind. Etwa 60 000 von ihnen gelten als arm, wie Tanja Frank, die zweite Vorsitzende des Hülbener Vereins Rechowot, sagt. Laut einer 2011 veröffentlichten Studie der “Stiftung für die Opfer des Holocaust” erhält jener Personenkreis nur eine geringe oder gar keine Rente, ein Viertel davon muss sich beim Einkaufen sogar zwischen Nahrungsmitteln und Medikamenten entscheiden.
Jenen verarmten Holocaust-Opfern wollen die Mitglieder von Rechowot mit einer Benefizaktion helfen. Am Sonntag bietet der Verein ab 17.30 Uhr Rote Würste, Waffeln, Glühwein und Punsch im Hülbener Schulhof an. Ab 18.30 Uhr zeigt der Verein in der Aula der Peter-Härtling-Schule den Film “Die Zuflucht”, der das Schicksal der niederländischen Familie ten Boom schildert. Die ten Booms boten verfolgten Juden Zuflucht, wurden an die Nazis verraten und ins KZ verschleppt.
Die Einnahmen des Benefizabends, sagt Tanja Frank, gehen über die israelische “Helping Hand Coalition (HHC)” direkt an die Holocaust-Überlebenden. Die HHC ist ein Netzwerk von Verbänden der Holocaust-Überlebenden. In allen 75 Distrikten Israels besteht eine Kooperation zwischen den Verbänden, den regionalen Überlebenden-Gruppierungen und den kommunalen Sozialämtern. Auf diese Weise soll den Überlebenden möglichst effektiv geholfen werden.
Alle Kosten der Hülbener Benefizaktion tragen verschiedene Unterstützer sowie der Verein Rechowot selbst, damit die Einnahmen auch tatsächlich ohne Abzüge an die Holocaust-Opfer gehen können.
Die Benefizaktion, die Rechowot passender Weise am “Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus” organisiert, steht unter dem Motto “Gegen das Schweigen, für Verantwortung”. Anders gesagt, der Verein möchte den Gedenktag ins Bewusstsein der Bürger rücken und gleichzeitig an das Leid der Opfer erinnern. Die Schrecken von Folter, Deportation, Zwangsarbeit und Lagerhaft haben sich in Seele und Gedächtnis der Überlebenden gegraben. Viele verloren ihre Familie und mussten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst ganz auf sich allein gestellt durchs Leben finden.
Jene, die die Gaskammern der Nazis überlebten und nun im Alter Armut leiden, hatten nach 1945 oftmals keine Chance, eine erfolgreiche berufliche Existenz aufzubauen, die ihnen heute ein sicheres Auskommen ermöglicht, schrieb die Süddeutsche Zeitung 2010.
Schon mehrfach haben die Rechowot-Mitglieder mit ihren Aktionen Geschichte und Kultur Israels thematisiert. Auch Spenden für Holocaust-Überlebende hat der Verein schon nach Israel überwiesen. Mit diesem Engagement will der Verein auch die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens vermitteln. “Der christliche Glaube”, sagt Tanja Frank, “beruht auf dem jüdischen Glauben.”

Benefizaktion für Holocaust-Gedenktag
Am Sonntag, 27. Januar, begeht die Bundesrepublik den “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus”, der im Januar 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog proklamiert wurde. 2005 erklärten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum “Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust”. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das KZ Auschwitz-Birkenau.
Der Hülbener Verein Rechowot nimmt den Gedenktag zum Anlass für eine Benefizaktion. Am Sonntag gibt es von 17.30 bis 21.30 Uhr Rote vom Grill, Waffeln, Glühwein und Punsch im Hof der Peter-Härtling-Schule. Von 18.30 bis 21 Uhr zeigt der Verein in der Aula der Schule den Film “Die Zuflucht”, der das Schicksal der niederländischen Familie ten Boom schildert, die während des Zweiten Weltkriegs verfolgten Juden Zuflucht gewährte. Der Erlös des Abends geht über die Organisation “Helping Hand Coalition” an Überlebende des Holocaust.

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